Halbinsel Samaná

Auf der Landkarte der Dominikanischen Republik besteht die Halbinsel Samaná „nur“ aus einer Reihe von Dörfern. Die Geschichte der Provinz Samaná besticht nicht wie andere Regionen des Landes durch außergewöhnlichen Helden oder glorreiche Schlachten. Hier leben Menschen, einfache Menschen, die die Anforderungen, die das tägliche Leben ihnen bietet, zu trotzen und zu meistern wissen.

Die Halbinsel Samaná befindet sich im Nordosten des Landes. Präkolumbische Funde zeugen von einer sehr frühen Besiedelung. Die Halbinsel Samaná gehörte zum Kazikenreich Maguá. Guaríonex war der Anführer der friedliebenden Tainos. Der Name Samaná ist vermutlich aus der Indiosprache. Die Tainos nannten die Gegend Xamaná.

Von Siedlern wurde die Halbinsel gemieden und entwickelte sich so bald zum Piratenversteck. Berühmte Piraten wie Edward Teach, alias Blackbeard und John Rackam, alias Calico Jack, oft in Begleitung der beiden berühmten Piratinnen Ann Bonny und Mary Read besuchten die Halbinsel Samaná. Auch Cofresí aus Puerto Rico versteckte sich auf Samaná. Sein bevorzugtes Versteck war das Gebiet des heutigen Nationalpark Los Haitises mit seinen vielen Inseln und Höhlen.

Im Jahre 1756 sagte Gouverneur Rubio y Peñaranda den Seeräubern den Kampf an und gründete die Bastion Santa Bárbara de Samaná.

Während der französischen Zeit in Haiti (1795 bis 1814) zogen sich mehrere Zuckerbarone aus dem Westen der Insel Hispaniola auf die Halbinsel Samaná zurück. Napoleon plante Santa Barbara de Samaná als strategische Drehscheibe der französischen Antillen auszubauen.

Nachdem Haiti die gesamte Insel Hispaniola ab 1822 besetzte, erhielten Ex-Sklaven aus den USA Land auf der Halbinsel geschenkt und Tausende ließen sich dort nieder.

Nach der Unabhängigkeit der Dominikanische Republik von Haiti im Jahre 1844 boten die Dominikaner den USA einen Pachtvertrag für die Halbinsel Samaná an, um die hier ansässigen und unliebsamen Englisch sprechenden und protestantischen Schwarzen loszuwerden. Im Jahr 1872 schien es so, als ob der für 99 Jahre geschlossene Pachtvertrag, bei dem die Dominikaner 150.000 US$ jährlich bekommen sollten, perfekt war. Dass es nicht dazu kam, dafür sorgten zunächst Widerstände im eigenen Land und später vereitelte der US-Kongress den Antrag.

Während der US-Intervention von 1916 bis 1924 und des gleichzeitigen Zuckerbooms wurde der kleine Hafen in Sánchez von der International Fruit Company als Exporthafen der Erzeugnisse aus dem Cibao-Tal genutzt.

1946 wurde die Stadt Santa Bárbara de Samaná durch einen Brand fast komplett zerstört. Der regierende Diktator Trujillo soll angeblich für diesen Brand verantwortlich gewesen sein.